Leben aus dem Geist des Yoga

Dr. Kienzle

Yoga im umfassenden Verständnis ist auch heute noch – wie vor Jahrtausenden – ein anspruchsvoller Weg und eine präzise Wissenschaft vom Menschen. Das Ziel des Yoga ist Selbsterkenntnis und innere Freiheit. Yoga ist ein von Natur aus offenes und tolerantes System, doch verträgt er sich nicht mit Weltanschauungen, die von Gewalt und Aggression geprägt sind. Yoga tritt vielmehr für einen liebevollen und achtsamen Umgang mit allen Lebewesen ein, weil in allen derselbe göttliche Funke lebt. Yoga ist eine Lebenshaltung, die aus Verantwortung für das Leben ganz besonders um Gewaltlosigkeit, Frieden und Mitgefühl bemüht ist.
Nach der Überzeugung der alten Quellentexte des Yoga ist alles im Universum auf subtile Weise miteinander verbunden: Steine, Pflanzen, Tiere und Menschen sind im letzten Grunde eins. Das höchste Prinzip – Brahman, die Schöpferkraft, die das Universum hervorbringt und die Evolution leitet – ist in jedem Gegenstand und in jedem Lebewesen gleichermaßen, aber in verschiedenen „Potenzen“ vorhanden. Das Leben ist heilig und letztlich auch über den körperlichen Tod hinaus unzerstörbar.
Ein wichtiges Ziel des Yoga ist die Erkenntnis dieses schöpferischen Urprinzips. Es wohnt als Selbst (Atman) in jedem Lebewesen. Es hat drei Aspekte: reines, ungetrübtes Sein (Sattva), absolute Erkenntnis (Citta) und eine tiefe Freude, die nicht an Objekte gebunden ist (Ananda). Wer es erkennt, erfährt diese drei Aspekte untrennbar verbunden: Sat-cit-ananda, die Einheit von Sein, Bewusstsein und Freude. Ein Weg zu dieser Erfahrung ist die regelmäßige und achtsame Übung des Yoga.
Wer dieser Erfahrung teilhaftig wird, kann sein Leben bewusst in die Hand nehmen und positiv verändern – zum Segen für sich selbst und für alle, die ihm begegnen.

Wegzeichen

„Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt, erschiene dem Menschen alles, wie es ist: unendlich.“

(William Blake)

 

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